Presse
Zu: Gratwanderungen.
Erich Kästner und seine Freunde e.o.plauen und Erich Knauf
Eine Vielzahl von Zitaten aus der Primär- und Sekundärliteratur wird von dem studierten Juristen. Literaturwissenschaftler und Historiker Seul geschickt zusammengesetzt und ergibt so ein stimmiges und umfassendes Bild. Es entsteht eine hervorragend recherchierte, mit 1328 Anmerkungen und einem ausführlichen Quellen- und Literaturverzeichnis auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Arbeit, die man gut lesen kann. [...] Seul belässt es in weiten Teilen bei einer wohltuend sachlich kommentierten Darstellung der Ereignisse, Personen, Institutionen, Zusammenhänge und Entwicklungen.
Matthias Nicolai, in: Erich Kästner Jahrbuch, Band 12. Würzburg 2025, S. 205-207.
„Gratwanderungen“ von Jürgen Seul ist ein bemerkenswertes und gut recherchiertes Werk, das die Lebenswege von Erich Kästner, e. o. plauen und Erich Knauf in der NS-Zeit eindrucksvoll nachzeichnet. Die Kombination aus biografischem Erzählen und historischer Dokumentation macht dieses Buch zu einer einzigartigen Lektüre, die sowohl emotional berührt als auch intellektuell bereichert. Seuls präziser und empathischer Schreibstil verleiht dem Buch eine Authentizität, die es zu einer wertvollen Ressource für alle macht, die sich für deutsche Literaturgeschichte und die Herausforderungen künstlerischer Integrität unter autoritären Regimen interessieren. Die Nutzung von Originalquellen, wie den erstmals veröffentlichten Gestapo-Verhörprotokollen und Gerichtsakten, gibt dem Leser tiefe Einblicke in die Mechanismen der NS-Justiz und zeigt die verzweifelten Versuche der Künstler, ihrer Überzeugung treu zu bleiben.
Mediennerd, Oktober 2024
Siehe ausführliche Besprechung: https://mediennerd.de/gratwanderungen/
Zu: Habt ein besseres Gedächtnis
Erich Kästner, Erich Knauf, Erich Ohser alias e.o.plauen - Die Geschichte einer Freundschaft
Eckert und Seul zeichnen in „Habt ein besseres Gedächtnis“ ein lebendiges Bild dieser drei Männer, ihrer Freundschaft, ihrer künstlerischen Arbeit und ihres Widerstands gegen die Diktatur. Besonders Knauf und Ohser drohen heute in Vergessenheit zu geraten, während Kästner wenigstens als Kinderbuchautor weiterhin präsent ist. Doch ihre Geschichte ist eng verwoben – und es ist höchste Zeit, dass sie wieder erzählt wird. Hervorheben möchte ich auch die unglaublich schöne Gestaltung des Buches, Büchergilde at its best!
dj7o9, in: bingreader, März Lektüre.
Siehe ausführliche Besprechung: https://bingereader.org/tag/jurgen-seul/
Wolfgang Eckert und Jürgen Seul haben beispielhaft recherchiert, zahlreiche Dokumente aufbereitet und persönliche Gespräche mit Angehörigen geführt. Besonders interessant ist, dass sich der in Meerane geborene Schriftsteller Wolfgang Eckert mit einer Sondergenehmigung des Schriftstellerverbandes der DDR bereits in den 1970er Jahren um den Nachlass von Erich Knauf bemühte. Das Buch spiegelt das lebendige Bild einer außergewöhnlichen Freundschaft wider. Eckert und Seul gehen den drei Schicksalswegen vor dem Hintergrund einer dunklen Zeit nach, beleuchten ihre Werke und konsequente Einstellung, die Knauf und Ohser am Ende mit dem Leben bezahlten. [...]
Auch gestaltungstechnisch hält man tatsächlich ein Kunstwerk in den Händen: Feinstes beigefarbenes Leinen mit schwarzer Schrift, Fadenheftung. Das dicke, überdimensionale »i« des Vornamens Erich ist absichtlich nach links gekippt. Dreht man das Buch, kommt es als Ausrufezeichen für den Titel daher. Der Punkt ist auffällig orange, so wie die Farbe des Vorsatzpapiers. Das sorgt dafür, dass sich der Titel des Buches regelrecht eingräbt. »Habt ein besseres Gedächtnis« ist die letzte Zeile von Kästners Gedicht »Verdun, viele Jahre später«, das die vielen Toten der Schlacht von Verdun als Mahnung an die Nachwelt in den Mittelpunkt rückt. Ein zeitlos aktueller Klassiker insofern, dass man jeden anderen Kriegsort einsetzen könnte.
Für die Seitenzahlen des Buches wurden unterschiedliche Schriftarten verwendet – sehr originell. Das dezent hellgraue Lesebändchen rundet das bis ins Kleinste (mit sehr viel Liebe zum Detail) durchdachte Design von Cosima Schneider ab. Ein Sachbuch mit Sammlerwert, das man unbedingt lesen sollte!
Renate Bojanowski, in: Wortmax, 10.12.2024.
Siehe ausführliche Besprechung: https://www.wortmax.de/wolfgang-eckert-juergen-seul-habt-ein-besseres-gedaechtnis/
Zu: Jack London entdecken
Jack London (1876-1916) ist als Schriftsteller ein wohlbekannter Name, doch wird sein literarisches Schaffen weitgehend auf Romane wie »Wolfsblut« und »Der Seewolf« reduziert - zu Unrecht, wie Jürgen Seul eindrücklich zeigt. In einer über 400-seitigen Anthologie präsentiert er zehn Texte, teils Auszüge aus Romanen, teils eigenständige Erzählungen, aus der Feder Jack Londons. Vorangestellt ist eine ausführliche biographische Erkundung, die das wechsel- und schicksalhafte Leben des mit 40 Jahren früh verstorbenen amerikanischen Schriftstellers umreißt. Als Werkeinführung macht der Lebensabriss deutlich, wie stark die autobiographischen Bezüge im Werk sind. [...] Gemäß dem Untertitel »Biografie & Lesebuch« lädt die Anthologie ein, Jack London wiederzuentdecken und seine Vielfältigkeit kennenzulernen.
Gunnar Sperveslage, in: Nachrichten der Karl-May-Gesellschaft, Nr. 220 / 2024, S. 20.
In jungen Jahren hatte Jürgen Seul die Romane von London mit Begeisterung gelesen. Im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn als Jurist, Autor und Herausgeber verfasste er zahlreiche Bücher zu verschiedenen Themen. Der Gedanke an einen Sammelband mit Texten von Jack London hatte er schon lange im Kopf. Allerdings: "Ich wollte nicht einfach ein paar Texte zusammen-werfen. Das ist einfach, wenn das Copyright erloschen ist. Ich wollte die Texte in einen inhaltlichen Zusammenhang zum Leben des Autors bringen." Und das ist bestens gelungen. Die Lektüre hält, was der Titel verspricht, nämlich Jack London zu entdecken.
Gabi Geller, in: Rhein-Zeitung, Nr. 192, 19.08.2023, S. 21
Zu: Die Kahl-Broschüre.
Die Geschichte einer Hetzschrift gegen Karl May
[...] hat sich Jürgen Seul schon seit längerer Zeit als Generalbevollmächtigter [der Karl-May-Forschung und] ihrer juristischen Sparte etabliert. [...] Die Wiedergabe des Textes der Broschüre rahmt Seul ein durch Informationen über die Vor- und Nachgeschichte ihrer Veröffentlichung sowie eine Dokumentation mit diversen Materialien, wie Pressestimmen, Briefen und Gerichtsentscheidungen. [...] Seul zeichnet den Verlauf der Affäre detailliert und mit größter Akribie nach.
Prof. Dr. Helmut Schmiedt, in: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 2024, S. 278f.
Zu: Das Strafverfahren Karl May versus Dr. Alban Frisch & Wilhelm Lippacher
1997 erschien die erste Auflage dieses 2.Bandes der Juristischen Schriftenreihe der Karl-May-Gesellschaft, der sich mit der .
Prozessakte P 40/10 des Amtsgerichtes Hohenstein-Ernstthal aus dem Bestand des Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden befasst. Jene enthält den Verlauf der gerichtlichen Auseinandersetzung >Karl May ./. Dr. Alban Frisch und Genossen< aus dem Jahr 1910. Der vorliegende Band zeigt wie unter dem Brennglas einen kurzen Ausschnitt aus dem von Rudolf Lebius seit 1904 gegen Karl May geführten hasserfüllten publizistischen Kreuzzug. [...]
Den gesamten Prozessverlauf, und wie die Hohenstein-Ernstthaler Lokalpresse seinerzeit ohne Skrupel die Position der verleumdenden Partei übernahm, während dieser Zeit sogar mit der Lebius-Fraktion korrespondierte, zeigt dieser Band
in seiner Neuauflage nach 25 Jahren, die um zahlreiche in der Zwischenzeit recherchierte Details ergänzt werden konnte.
Ein spannender Blick auch in die Historie der "Produktion" von Schlagzeilen und ein auch den heutigen Leser zum Nachdenken anregendes Werk. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie schwer es dem Einzelnen werden kann, die Integrität seiner Person zu bewahren, wenn er einmal die Aufmerksamkeit der umsatz- und gewinnorientierten medialen Berichterstattung auf sich gezogen hat. Den größten Teil des entstandenen Ärgers hätte Karl May wohl vermeiden können, hätte er mit Hinblick auf den Brief von Lebius den Umgang des englischen Königshauses mit öffentlichen Schmähungen beherzigt, welches auf die Anzeige entsprechender Handlungen verzichtete, um die Beleidiger nicht öffentlich interessant zu machen.
Henry Kreul, in: Karl-May-Haus-Information, Nr. 38/2023, S. 67-68.
Zu: Das Strafverfahren Karl May versus Emil Horn
Seul beschreibt prägnant das Umfeld, den Prozessverlauf aufgrund der Akten und analysiert die rechtliche Situation auch anhand der Rechtsprechung des Reichsgerichts. Ein insgesamt gelungener, facettenreicher Einblick in die Gerichtspraxis.
Prof. Dr. Wilhelm Brauneder, in: Zeitschrift für Neuere Rechtsgeschichte, Nr. 1/2, 38. Jg. 2016
Zu: Die Akte Rudolf Lebius
Auf den Spuren eines Skandaljournalisten zwischen Kaiserzeit und Drittem Reich
Mit dem vorliegenden Band ist Jürgen Seul ein hochinteressantes Porträt von Rudolf Lebius gelungen, das die bis an dessen Lebensende reichenden Auseinandersetzungen mit Karl May immer wieder kundig aufzeigt, insbesondere aber ein breit angelegtes Porträt eines Lebensweges zeichnet, der vom sozialdemokratischen Redakteur über die unternehmensnahe Gewerkschaftsbewegung bis zu nationalistischen und völkischen Kreisen schwer zu erklärende Wendungen nahm.
Thilo Scholle, in: Arbeit, Bewegung, Geschichte. Zeitschrift für historische Studien 2020/II, S. 182-185.
Zu: Karl Mays Inferno
Götz von Olenhusen und Seul haben mit Wulffens "Karl Mays Inferno" ein fundiertes und spannendes Buch vorgelegt, das die Literaturgeschichte, die Verlagsgeschichte, die Kriminalpsychologie und die Strafrechtsgeschichte gleichermaßen bereichert. Sprachlich befinden sich sowohl der Text Wulffens als auch die Erläuterungen der Herausgeber auf höchstem Niveau. Die Lektüre dieses Werkes ist so belehrend, wie sie unterhaltsam und spannend ist. "Karl Mays Inferno" kann jedem kulturell und kriminologisch interessierten Leser nachdrücklich ans wissbegierige Herz gelegt werden.
Priv.-Doz. DDr. Christian Bachhiesl, KriminalArchiv
Die erste wissenschaftliche Biografie des Erzählers.
Helge Morgengrauen, in: Zur Zeit, 13/14, S. 44-45 (44)
Dass der Vater von "Winnetou", "Old Shatterhand" und "Kara ben Nemsi" nicht nur ein begnadeter Schriftsteller, sondern auch ein Dieb, Betrüger und Hochstapler war, ist echten Fans vertraut. Völlig unbekannt ist aber das Dossier, dessen Veröffentlichung Mays Witwe Klara (1864-1944) um jeden Preis verhindern wollte ... Es gab eine geheime Abschrift, die jetzt erschienen ist: das verbotene Buch über Karl May!"
Jürgen Helfrich, in: BILD-Zeitung vom 10.01.2018
Insgesamt bietet die Veröffentlichung eindrucksvolle Ausblicke auf das Verhältnis von Dichtung und Wahrheit in dem Leben eines mit seiner beeindruckenden Phantasie ganze Generationen junger Leser in seinen Bann schlagenden literarischen Erfinders leuchtender Vorbilder wie Kara Ben Nemsi (schwarzer [Karl] Sohn der Deutschen) oder Winnetou (brennendes Wasser).
Gerhard Köbler, in: ZIER 8 (2018) 52.
Jetzt endlich, 90 Jahre nach Beendigung von Wulffens Manuskript, liegt der Text des damals renommierten Kriminalpsychologen und zeitweiligen Dresdner Staatsanwalts endlich in Buchform vor. Es ist eine spannende Lektüre, nicht nur für Fans des schreibenden Fantasten.
Jörg Albromeit, in: Superillu Nr. 6 vom 01.02.2018, S 30-31.
Zu: Erich Wulffen - Zwischen Kunst und Verbrechen
Die beiden Herausgeber dieses Buches haben sich bereits mehrmals um die erneute Auseinandersetzung mit dem Werk Erich Wulffens (1862-1936) verdient gemacht. Mit dem nun vorgelegten Band, in dem heute nur mehr schwer zugängliche Texte des sächsischen Kriminologen neu präsentiert werden, leisten sie einen weiteren Beitrag zum Nachwirken
und zur fortdauernden Rezeption Wulffens. In mancherlei Hinsicht sind Wulffens Gedanken nach wie vor aktuell [...]. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Lektüre nicht nur dem an der historischen Entwicklung der Kriminologie interessierten Leser Gewinn bringen wird, sondern auch so manche aktuell geführte Diskussion bereichern kann. Der neue Wulffen-Band von Seul und Götz von Olenhusen ist eine in vielerlei Hinsicht lohnende Lektüre.
Priv.-Doz. DDr. Christian Bachhiesl, in: KriminalArchiv, Band 236, Heft 1 und 2 vom Juli/August 2015, S. 68-69.
Jürgen Seul und Albrecht Gotz Von Olenhusen kommt das Verdienst zu, mit der neuen Anthologie "Erich Wulffen ~ Zwischen Kunst und Verbrechen" dem interessierten Publikum siebzehn Aufsätze aus dem ebenso umfang- wie facettenreichen Schaffen Wulffens in einer sorgfältigen Auswahl zugänglich gemacht zu haben. Der Band zeigt die Breite des Interesses Wulffens an Kriminologie und Strafrechtswissenschaft. Neben praxisbezogenen Stellungnahmen zu Fragen der Prozesspsychologie, Strafzumessung und der Medienberichterstattung über Strafprozesse stehen kriminalpsychologische Analysen, in denen für den Leser spektakuläre Kriminalfälle aus den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts lebendig werden: Darüber hinaus werden Essays: geboten, in denen der hochgebildete Jurist Bezüge zwischen Kunst, Künstlertum und Kriminalität beleuchtet.
Hartmut Wörner, in: Nachrichten der Karl-May-Gesellschaft, Nr. 184 vom Juni 2015, S. 35-36.
Zu: Ludwig Thoma für Juristen
[Das Buch enthält] wesentliches Material und höchst aufschlussreiche Schilderungen zur historischen Rechtstatsachenforschung [...]. Zu beziehungsweise von Thoma erhalten wir die vielfältigsten Einblicke in das Rechtsleben. Das betrifft einmal das Jurastudium. [...] Weiter lernen wir Beispielhaftes kennen über die Praxis am Landgericht und beim Bezirksamt [...], die Eröffnung der Rechtsanwaltskanzlei in Dachau. [...] Vielschichtig und bunt schlägt sich die erlebte Juristerei in Anekdoten, Erzählungen, Gedichten nieder.
Prof. Dr. Wilhelm Brauneder, Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, 129. Band 2012, S. 696.
Seul - selbst Jurist - bietet eine sachkundige und perspektivenreiche Auswahl aus Thomas Werk; autobiografische Teile, satirische Erzählungen und Gedichte, Proben aus dem Miesbacher Anzeiger und Dokumente zum Beleidigungsprozess von 1905. So entsteht ein zutreffender Eindruck von der außerordentlichen Begabung des Juristen Th., der fast alle literarischen Gattungen beherrschte. [...] Das Buch ist nicht nur für Juristen eine repräsentative Auswahl und eine einführende, vielfach anregende Lektüre.
Prof. Dr. Bernhard Gajek, Germanistik, Band 2011, Heft 1-2, S. 363.
Zu: Wo sind die Buddenbrooks
Wer in diesem Buch Anekdoten sucht, wird — Gottseidank! — nur selten fündig. Vielmehr beschreibt Autor Jürgen Seul
kurz, prägnant und ebenso kenntnisreich Ereignisse, in denen Künstler der Justiz begegnen bzw. mit ihr zusammenstoßen und vice versa. Eine kluge Systematisierung gelingt dem Autor mit vier verschiedenen Variationen, in denen er die Begegnungen von Kunst und Justiz stattfinden lasst. Jedes Kapitel enthält einen Überblick über die dann zu differenzierende Thematik. [...] Es ist einer der ganz großen Vorzüge dieses Buches, dass nicht nur die Einzeldarstellungen mit bester Recherche und Originalzitaten sehr nahe an die Protagonisten heranführen, sondern dass auch die gesellschaftlichen Hintergründe und Verhältnisse beschrieben sind, in denen sich das Einzelschicksal abspielt. [...] Prädikat: Auch für Nicht-Juristen unbedingt empfehlenswert.
Philipp Heinisch, in: Betrifft Justiz, Nr. 106 vom Juni 2011, S. 101.
Zu: Old Shatterhand vor Gericht
Für den historisch interessierten Juristen und zumal für den an Rechtstatsachen orientierten Rechtshistoriker bietet das Buch eine gewaltige Fülle an Material, und zwar für Prozesse höchst unterschiedlicher Art. Überdies ließe es sich auch als Arbeitsbuch für prozessrechtliche oder rechtshistorische Seminare verwenden, zumal Seul vielfältigst Hintergründe mitbehandelt wie etwa "Karl Mays Kriminalität". Roxins Feststellung "Herr Seul gebührt für seine enorme Arbeitsleistung ... großer Dank" ist nichts hinzuzufügen.
Prof. Dr. Wilhelm Brauneder, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, 129. Band 2012, S. 697.
Mit „Old Shatterhand vor Gericht“ legt Seul, der auch die Juristische Schriftenreihe der Karl-May-Gesellschaft herausgibt, eine etwas andere Karl May-Biographie vor. Ihr Verdienst liegt darin, die Bedeutung der Gerichtsverfahren für Leben und Werk Karl Mays herauszustellen und dabei nicht nur für Juristen eine spannende Lektüre zu versprechen.
Jean-Claude Alexandre Ho, in: Justament Online, 27.09.2010.
Man kann also sagen, dass die hier vorliegende Dokumentation aller sich um Mays Person rankenden Rechtsstreitigkeiten eine der ergiebigsten biographischen Quellen über das Leben des Autors darstellt. Vieles, was dieses Buch mitteilt, ist schon veröffentlicht; anderes hat der Autor selbst recherchiert oder aus dem Archiv des Karl-May-Verlegers erhalten. Auch in der zusammenfassenden Darbietung des veröffentlichten Materials liegt ein großer Verdienst. Denn die bereits vorliegenden Veröffentlichungen sind so verschiedenartig, verstreut und zum Teil entlegen, dass es selbst für einen Spezialisten sehr schwierig war, sich im Wirrwarr der Prozesse noch zurechtzufinden.
Johannes Krüger, in: Offenes-Presseportal.de, 21.07.2010.
Wieviel Prozesse kann ein Mensch ertragen? [...] „Old Shatterhand vor Gericht“ heißt der neueste Titel aus dem Karl-May-Verlag, in dem der Jurist Jürgen Seul diese Prozesse sachlich schildert, angefangen bei den Jugendverfehlungen, für die May 7 ½ Jahre büßte.
Dr. Christian Heermann, in: Herbst-Blatt, Mai/Juni 2010.
Seul, wie kein anderer auch als juristischer Fachautor ausgewiesener, unübertroffener Kenner und hochverdienstlicher, unermüdlicher Sammler aller Archivalien und der rechtshistorisch, pressegeschichtlich, straf- und zivilrechtlich und – last but not least – literarisch relevanten Verfahren [...], liefert auf diese Weise parallel zu der seit einigen Jahrzehnten mit hochbedeutsamen Forschungsergebnissen blühenden Philologie und Literaturgeschichte eine ganze Rechtsgeschichte dieses einzigartigen Schriftstellerlebens. [...] In Seuls immer höchst lesbar und lebendig geschriebenen Biografie als systematisch aufbereitete Prozessgeschichte wird „ein menschliches Schicksal verhandelt“.
Prof. Dr. Albrecht Götz von Olenhusen, in: Mitteilungen der KMG Nr. 163/März 2010, S. 55-59.
Was „Old Shatterhand vor Gericht“ zusammenträgt, war bisher in einzelnen Aufsätzen über die Fachliteratur verstreut. Jetzt ist die Übersicht geschaffen. Und der juristische Weg nachvollziehbar, auf dem der junge May über Bagatell-Delikte und Hochstapeleien in faktische Kriminalität schlitterte. Seuls Kommentar dieser Karriere könnte einigen schrecklichen Arbeitsrichtern der Gegenwart in den Fällen von Maultaschendiebstählen und ähnlichem sinnreiche Urteilshilfe geben.
Herbert Heinzelmann, in: Nürnberger Zeitung Online, 19.02.2010.
Karl May war nicht nur ein Vielschreiber der Sonderklasse, er ist auch in seinen Beziehungen zu den deutschen Gerichten rekordverdächtig. „Old Shatterhand vor Gericht. Die 100 Prozesse des Karl May“ ist der Titel eines Buches, das sich fast so spannend liest wie die „Reiseerzählungen“ des gefeierten und geschmähten, in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geratenen Schriftstellers.
WT, in: Kleine Zeitung, 06.02.2010.
Bisher hielt der linksradikale homosexuelle Schriftsteller Pier Paolo Pasolini den Rekord: 70 Gerichtsverfahren, angesiedelt im Beziehungsgeflecht von Sexualität, Kunst und Politik. Bestsellerautor Karl May, belegt von Jürgen Seul in der überraschenden Dokumentation „Old Shatterhand vor Gericht“ [...] war in mehr als 100 teils spektakulären Prozessen sowohl Kläger, Beklagter als auch Zeuge.
N.N., in: Focus, 11.01.2010.
Das Buch enthüllt penible Quellennachweise und ist zugleich unterhaltend. Das Vorwort ist vom Präsidenten der Karl-May-Stiftung, dem bekannten Strafrechtsprofessor Claus Roxin.
N.N., in: Financial Times Deutschland, 15.12.2009.
Alles in allem ein überaus hintergründiges, spannendes Buch, das sehr viel Aufschluss bringt über einen Autor, der in der deutschen Literatur einzigartig ist.
N.N., in: Morgenpost, 12.12.2009.
Zu: Rudolf Lebius ./. Karl May: Die Lu-Fritsch-Affäre
Nicht nur der Karl-May-Leser und Forscher, sondern auch der Rechtshistoriker wird die Aktenpublikation, ihre sorgfältige Dokumentation und überzeugende Interpretation mit großem Interesse aufnehmen. [...] Seuls detaillierte Untersuchung des Wahrheitsgehalts der unterschiedlichen Aussagen von Lu Fritsch ist zweifellos ein Meisterstück juristisch-historischer Analyse.
Prof. Dr. Albrecht Götz von Olenhusen, in: Mitteilungen der KMG Nr. 160/Juni 2009, S. 61-64.
Aber wie Kara Ben Nemsi selbst dort zum Wasser findet, so nimmt auch Autor Jürgen Seul den May-Freund mit klaren Kommentaren bei der Hand und führt ihn durch weniger vertrocknetes Gestrüpp alter Rechtsprechung zu einigen Info-Oasen. [...] Unterm Stich bietet der überraschend preiswerte Band somit nicht nur einen Infoschatz für die Fakten sammelnde Karl-May-Forschung, sondern hinter mancher Bleiwüste auch unterhaltsames Zeitkolorit für den etwas tiefer grabenden Karl-May-Freund mit schmalem Geldbeutel.
Thorsten Rasmussen, in: Karl May & Co., Nr. 116 / Mai 2009, S. 23-24.
Zu: Erich Wulffen: Kriminalpsychologie und Psychopathologie in Schillers Räubern (1907)
Jürgen Seul gelingt es nun in seinen Erläuterungen, Wulffens psychologische und psychopathologische Ausführungen in Bezug zu den kriminologischen und psychiatrischen Diskursen seiner Zeit zu stellen, wobei v.a. Lombroso und Krafft-Ebing als prägende Instanzen herausgestrichen werden. [...] Ein kultur- und gesellschaftsgeschichtlicher Bogen, der sich vom deutschen Idealismus und der deutschen Klassik über die positivistische und biologistische Wissenschaftsgläubigkeit des 19. Jahrhunderts bis zu den kriminalpolitischen Fragen der Gegenwart spannt, wird so bei der Lektüre dieses neu edierten und erläuterten Textes Wulffens sichtbar. Eine Zusammenstellung von zeitgenössischen Rezensionen, welche die unmittelbare Rezeption von Wulffens Werk illustrieren, und ein Werkverzeichnis des sächsischen Kriminologen runden den nicht allzu umfangreichen, aber gehaltvollen Band ab.
Dr. Dr. Christian Bachhiesl, in: Archiv für Kriminologie, Band 222, Heft 1-2/2008, S.66-67.
Zu: Der Traum eines Gefangenen. Justizgeschichten im Werk Karl Mays
Dieser Band enthält fünfzehn Texte (Auszüge) aus Karl Mays Gesamtwerk, das in seiner ganzen Bandbreite repräsentiert ist, von den Kolportageromanen und Erzgebirgischen Dorfgeschichten über die Jugenderzählungen bis hin zu frühen wie späten Reiseerzählungen. So ist das Buch gleichzeitig ein interessanter Streifzug durch das Lebenswerk. Die Texte als solche kennt unsereiner freilich längst, was das Buch wirklich interessant macht, ist die Zusammenstellung, sind die teilweise wirklich vorzüglichen Erläuterungen und Kommentare zu jedem der Texte. [...] Insgesamt: sehr empfehlenswert.
Rüdiger Wick, in: Karl May & Co., Nr. 107 / Februar 2007, S. 25.
Zu: Karl May und Rudolf Lebius: Die Dresdner Prozesse
Im Allgemeinen werden mit Lebius die spektakulären Gerichtsverhandlungen in Berlin zitiert, die Dresdner Prozesse kommen freilich oftmals zu kurz. Im vorliegenden Band werden diese Auseinandersetzungen nun sorgfältig dokumentiert und kommentiert. [...] Die Frage, warum Lebius zu einem solch erbitterten May-Gegner wurde, kann und will dieser Band nicht beantworten, er liefert aber reichliches und gut kommentiertes Material, das zu einer weiteren Beschäftigung mit diesem Mann geradezu einlädt.
Rolf Dernen, in: Karl May & Co., Nr. 99 / Februar 2005, S. 64.
Jürgen Seul, der sich bereits einschlägig in der (rechts)historisch interessierten Karl-May-Forschung ausgewiesen hat, zeichnet [...] quellennah die Ursprünge und maßgeblichen Hintergründe der Auseinandersetzung zwischen May und Lebius [...]Natürlich handelt es sich nicht um eine im engeren akademischen Sinne historisch-kritische Edition [...]. Stattdessen ist Seul bestrebt, die zentralen Quellen der Auseinandersetzung zwischen May und Lebius einer breiteren Öffentlichkeit in gefälliger Form aufzubereiten. Dies gelingt ihm neben der geschickten Quellenauswahl vor allem durch die verbindenden Kommentare, die schlüssig und kenntnisreich das Geschehen erläutern und einordnen. [...] Im durchaus auch (kultur)politisch gemeinten Kampf Lebius' gegen den 'bürgerlichen' May ebenso wie in der verzweifelten Verteidigung Mays, der diese seine 'bürgerliche', gesellschaftlich akzeptierte Existenz retten will, wrd in diesem lesenswerten Buch nicht nur der Karl-May-Fan, sondern auch der Historiker fündig.
André Thieme, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte, Band 77 (2006), S. 329-331.
Zu: Karl May im Urteil der ›Frankfurter Zeitung‹
In seinem Buch geht Jürgen Seul chronologisch vor, indem er die Zeitungsartikel über May von 1890 bis über den Tod des Autors (1912) hinaus zitiert. Er belässt es nicht bei Zitaten, sondern bettet diese in den Kontext der jeweiligen Lebensumstände Mays ein. Auf diese Weise gelingt es Seul, Mays Leben und Werk in den letzten 20 Lebensjahren des Dichters aus einem speziellen Blickwinkel zu beleuchten. [...] Eine tabellarische Übersicht der May betreffenden Artikel der Frankfurter Zeitung beschließt Seuls Buch, das in erster Linie wohl etwas für „May-Fortgeschrittene“, aber auch eine interessante Abhandlung über Macht und Einfluss der Presse ist, die bis an die Grenze der Vernichtung einer Person gehen kann und diese im Falle von Karl May sogar überschritten hat.
Rolf Dernen, in: Karl May & Co., Nr. 86 / November 2001, S. 21.